Was ist die 3. Stufe PDF E-Mail

Die Jugendliche im Alter von 15 bis 18 Jahren leben in der zweiten Phase der Jugend, die sie bis zur Schwelle des Erwachsenenalters bringt.
Während dieser Zeit orientieren sich die Jugendlichen in Hinblick auf ihre berufliche Zukunft (Lehrzeit oder Schulzeit). Ebenso entscheiden sie, in welchen Verbänden, Vereinen und bei welchen Projekten sie sich engagieren wollen, um das zu realisieren, was ihnen ein persönliches Anliegen ist. Sie zeigen durch ihr oft idealistisches Engagement die Werte, die ihnen wichtig sind.
Aktivitäten, die sie sich selbst ausgedacht haben, verwirklichen sie mit voller Überzeugung. Sie wollen Verantwortung innerhalb der Gruppe, in der sie sich engagieren, übernehmen. Die Grenzen ihres Wissens, ihrer Fähigkeiten und ihrer Aktivitäten vergrössern sich ständig: es ist die Zeit der Herausforderungen.
Obwohl die Jugendlichen die Gruppe der Gleichaltrigen brauchen, ziehen sich die jungen Menschen auch gerne zurück, um anderen Interessen nachzugehen, um Zeit zu haben für sich selbst und um neue Freundschaften zu schliessen.
In diesem Alter suchen die Jugendlichen vermehrt nach einem Gefühl von Selbständigkeit gegenüber der Familie.
Ausgänge und Ferien finden oft mit gleichaltrigen Jugendlichen statt. Dieses neue Gefühl der Selbständigkeit wird auch durch die ersten kleinen Jobs oder sogar durch den Beginn der Lehrzeit bestärkt. Das Geld, das sie verdienen, erlaubt ihnen eine erste kleine finanzielle Unabhängigkeit von den Eltern.

Persönlicher Fortschritt
In der 3. Stufe ist der Persönliche Fortschritt stark an Erlebnisse mit der Equipe gebunden. Die Equipe plant eigenständig ihre Unternehmungen, führt sie durch und wertet sie aus. In diesem Vorgang lernen die einzelnen Mitglieder, persönliche und gemeinsame Ziele zu setzen. Die Equipe und jedes einzelne Mitglied werden von Unternehmung zu Unternehmung immer einen Schritt selbständiger, und die Aktivitäten können dadurch immer anspruchsvoller werden.

Gesetz und Versprechen
Das Pfadigesetz und das Versprechen lauten gleich wie in der 2. und 4. Stufe.
Das Pfadigesetz ist eine minimale Auswahl von Spielregeln, an die sich alle Mitglieder der Pfadibewegung im Umgang mit den Mitmenschen und der Umwelt halten wollen. In der 3. Stufe kann das Pfadigesetz als Grundlage für den Equipen-Pakt dienen. Im Pakt steht alles, was die Equipenmitglieder unter sich vereinbart haben. Er soll immer wieder abgeändert und verbessert werden und mit dem Inhalt müssen alle Equipenmitglieder einverstanden sein.
In der 3. Stufe besteht die Möglichkeit, das Versprechen zu hinterfragen, zu erneuern und mit persönlichen Zielen zu verknüpfen. Durch diese Auseinandersetzung wird die Bereitschaft, sich gemäss den Grundsätzen der Pfadibewegung einzusetzen verstärkt.

Leben in der Gruppe
Die Drittstüfler organisieren sich in Equipen mit freier, veränderlicher Aufgabenteilung, das heisst, dass je nach Bedarf die Aufgaben untereinander verteilt werden. Die Equipe ist eine Gemeinschaft gleichberechtigter Mitglieder; ihre ideale Grösse liegt zwischen 5 und 10 Mitgliedern. In dieser Kleingruppe können Jugendliche aus einem Jahrgang oder aus mehreren zusammenkommen und je nach Wunsch der Abteilung und der Mitglieder der Equipe, gibt es gemischt-geschlechtliche Equipen. Eine weitere Möglichkeit ist, dass sich Gruppenführer und Gruppenführerinnen neben ihrer Tätigkeit in der 2. Stufe zu einer «Venner-Equipe» zusammenfinden und am Programm der 3. Stufe teilnehmen.
Das Geheimnis der 3. Stufe ist das bewusste Zusammenleben in der Equipe. Jedem Mitglied wird die Möglichkeit geboten, sich selbst besser kennenzulernen und selbständiger zu werden.
Ein Hilfsmittel, um das Zusammenleben zu fördern, ist ein Equipen-Pakt, der die selbstauferlegten Spielregeln der Equipe enthält.
Während der Lager spielt das Gemeinschaftserlebnis eine besondere Rolle. Die Jugendlichen sind für einen längeren Zeitraum zusammen und aufeinander angewiesen; so kann das Gruppenleben wachsen.

Rituale und Traditionen
Rituale und Traditionen helfen bei der Gestaltung des Equipenalltages. Es gibt Traditionen und Rituale, die uns am weltweiten Pfadileben teilhaben lassen (Versprechensfeiern, Thinking Day usw.) und solche, die vielmehr die Besonderheit der Abteilung und Eigenständigkeit der Equipe hervorheben (Bekleidung, Name und Sprache, usw.). Beide gehören zum Pfadileben.
Rituale und Traditionen fördern das Zugehörigkeitsgefühl. Sie verlieren aber ihre Besonderheit, wenn der Grundgedanke, der dahinter steckt, verloren geht.
In dieser Altersstufe können sich die Jugendlichen intensiver mit den Grundgedanken, die hinter Traditionen und Ritualen liegen, auseinandersetzen und ihnen wird der Freiraum geboten, neue Rituale und Traditionen zu erfinden.