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Die Kinder zwischen 8 und 11 Jahren wollen Entdeckungen und Erfahrungen machen. Sie sind vertrauensvoll und begeisterungsfähig und handeln meistens nach Gefühlen und aus dem Bauch heraus.
In diesem Alter haben die Kinder eine überbordende Phantasie: Sie leben Geschichten und Situationen nach, die sie gelesen, gesehen oder erfunden haben, und gehen dabei bis zur Übertreibung. Sie identifizieren sich gerne mit den Personen, Helden und Beteiligten ihrer Geschichten. Nach und nach werden die Kinder mehr realitätsbezogen und wollen den Dingen auf den Grund gehen.
Sie haben eine sehr spontane Sprache und ein ebensolches Verhalten und drücken gerne aus, was sie fühlen. Das passiert in einer direkten und manchmal auch unkontrollierten Art und Weise.
Sie gehen leicht auf Ältere zu, selbst auf Erwachsene, deren Gesellschaft sie suchen.
Symbolik und Rahmengeschichte
Die Kinder haben Bedürfnisse nach Traumwelt, Phantasie und Identifikation. Aus diesem Grund wird in der 1. Stufe mit einer ausgeprägten Symbolik gearbeitet, welche sich als roter Faden durch das Programm zieht und damit den verschiedenen Aktivitäten einen umfassenden Rahmen gibt.
Zwei verschiedene Symbolsysteme - die Bienligeschichte und das Dschungelbuch von R. Kipling (Wölfe) - stehen zur Verfügung und bieten den Rahmen für vielfältigen Aktivitäten. Sie werden sowohl von reinen Mädchen- resp. Bubeneinheiten, als auch von gemischten Einheiten als Grundlage verwendet.
Die Symbolik soll aber keinesfalls so verstanden werden, dass nur Bienli und Wölfe unsere Rahmengeschichten bereichern sollen. Auch andere Themen können – über kürzere oder längere Zeit – Grundlage für unsere Aktivitäten (Übungen, Quartalsprogramme, Weekends, Lager) sein. Im Vordergrund steht aber auf jeden Fall, dass die Aktivitäten durch ein Thema bzw. eine Rahmengeschichte unterstützt werden.
Diese Geschichten, mit all ihren Regeln und Anregungen, bilden den Roten Faden, der den Kindern die Möglichkeit gibt, sich zu orientieren. Die Kinder leben nach den Beispielen der Figuren in den Geschichten und erfahren auf diesem Weg, wie sie ihre kreativen und physischen Fähigkeiten entwickeln können, und was es bedeutet, in einer Gruppe zu leben, deren Regeln zu akzeptieren und sich in derselben wohl zu fühlen.
Die «Symbolik» und die «Rahmengeschichte» sind zwei spezielle Elemente, welche die 1. Stufe auszeichnen und in sämtliche Methoden einfliessen.
Persönlicher Fortschritt
In der 1. Stufe beginnt das Bienli/der Wolf seinen Pfadi-Weg zum ganzheitlichen Menschen. Die Aufgabe des Leitungsteams ist es, jedes einzelne Bienli und jeden Wolf auf diesem Weg zu begleiten, um es oder ihn zu einer gewissen Selbständigkeit zu führen. Dieser Weg, den jedes Kind in der Pfadi mitmacht, wird Persönlicher Fortschritt genannt. «Flüg us» und «Gueti Jagd» sind Mittel, die sich mit dem dem Persönlichen Fortschritt auseinandersetzen und ihn sichtbar machen. Bei den Bienli spricht man vom «Flug» mit den Etappen Jungbienli, Erst- und Zweisternbienli, während bei den Wölfen der Persönliche Fortschritt «Spur» genannt wird und in die Etappen Jung-, Stern- und Zweisternwolf aufgeteilt wird. Das Leiter/innen-Handbuch «Mis Bescht» ist das Hilfsmittel für das Leitungsteam. Es erläutert wie der Persönliche Fortschritt auf der 1. Stufe praktisch umgesetzt werden kann. Diese Hilfsmittel ermöglichen es dem Leitungsteam, das Bienli oder den Wolf zu begleiten und seinen Persönlichen Fortschritt innerhalb der fünf Beziehungen zu beobachten und zu dokumentieren.
Gesetz und Versprechen
Im Gesetz werden Spielregeln für das Leben bei den Bienli/Wölfen formuliert. Bienli und Wölfe lernen, dass Regeln einen Sinn haben und das Zusammenleben in einer Gemeinschaft erst ermöglichen. Sie erfahren, dass sie sich an die Regeln halten müssen. Mit dem Versprechen drücken die Kinder aus, dass sie ihr Bestes (Wahlspruch) geben und die Spielregeln (Gesetz) einhalten wollen.
Wahlspruch
Der Wahlspruch bedeutet, dass die Kinder ihr Bestes geben wollen, um nach Gesetz und Versprechen zu handeln. Sie erfahren, dass man nicht immer der/die Beste sein muss, sondern dass es vor allem wichtig ist, sein Bestes zu geben.
Gesetz
- Mir wänd zunenand luege, enand hälfe und vonenand leere.
- Mir wänd Sorg hebe zur Natur und zur Umwält.
- Mir wänd mit Auge, Nase, Oore, Muul und Händ Nöis entdecke.
Die Worte des Gesetzes bedeuten dem Kind erst etwas, wenn es den Inhalt immer wieder erlebt. Wichtig ist das Vorbild, das Leiter und Leiterin geben.
Versprechen:
- Ich wott bi de Wölf/Bienli mitmache.
- Ich gib mir Müe, mis Beschte z tue und mich a oises Gsetz z halte.
Das Kind bringt mit dem Versprechen zum Ausdruck, dass es dazugehören will. Das Versprechen soll dem Kind helfen, auch unter der Woche ein Bienli/Wolf zu sein und so zu handeln.
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